Postu­lat KR-Nr. 322/2025, Künst­li­che Intel­li­genz in der Per­so­nal­ge­win­nung der kan­to­na­len Ver­wal­tung (ZH).

Datum: 

01.02.2026

Kategorien: 

Aus dem Postu­lat:

Der Regie­rungs­rat wird beauf­tragt, in einem Bericht dar­zu­le­gen, in wel­cher Form Künst­li­che
Intel­li­genz (KI) sowie wei­te­re Soft­ware­lö­sun­gen im Bewer­bungs- und Aus­wahl­ver­fah­ren für
das Staats­per­so­nal des Kan­tons ein­ge­setzt wer­den oder deren Ein­satz geplant ist.
(…). Dabei sind auch die damit ver­bun­de­nen Chan­cen und Risi­ken zu beleuch­ten, etwa hin­sicht­lich Effi­zi­enz, Objek­ti­vi­tät, Kom­pe­tenz­ori­en­tie­rung sowie poten­zi­el­ler Dis­kri­mi­nie­rung, Intrans­pa­renz oder daten­schutz- und grund­recht­li­cher Her­aus­for­de­run­gen (…).

Anmer­kung:

In der arbeits­recht­li­chen For­schung wird der Ein­satz von Künst­li­cher Intel­li­genz (KI) im Per­so­nal­be­reich seit eini­gen Jah­ren inten­siv und kri­tisch beob­ach­tet. Her­vo­zu­he­ben ist mei­nes Erach­tens u. a. die For­schung des Rechts­wis­sen­schaft­ler Jere­mi­as Adams-Prassl (Oxford), der in sei­nen Arbei­ten zeigt, dass KI nicht nur Rou­ti­ne­auf­ga­ben auto­ma­ti­siert, son­dern zuneh­mend Manage­ment- und Per­so­nal­ent­schei­dun­gen über­nimmt – vom auto­ma­ti­sier­ten CV-Scree­ning bis zu Pro­gno­se­mo­del­len zur Bewerberauswahl/Kündigung. Er warnt, dass sol­che Syste­me Intrans­pa­renz, Dis­kri­mi­nie­rung und unkla­re Ver­ant­wort­lich­kei­ten schaf­fen, die mit den bestehen­den arbeits- und daten­schutz­recht­li­chen Regeln nur schwer in Ein­klang zu brin­gen sind.

Ein lesens­wer­ter Arti­kel etwa:

What if your boss was an algo­rithm? Eco­no­mic incen­ti­ves, legal chal­lenges, and the rise of arti­fi­ci­al intel­li­gence at work? (2019)