Uni­ver­si­tät Zürich: Rechts­weg gegen orga­ni­sa­to­ri­sche Mass­nah­men wie ein Poo­ling-Beschluss

Datum: 

29.07.2025

Kategorien: 

Bun­des­ge­richt, I. öffent­lich-recht­li­che Abtei­lung, Urteil 1C_362/2024 vom 28. April 2025

Der Beschwer­de­füh­rer ist seit 2009 Pro­fes­sor an der Wirt­schafts­wis­sen­schaft­li­chen Fakul­tät der Uni­ver­si­tät Zürich. Im Sep­tem­ber und Okto­ber 2021 beschloss die Insti­tuts­lei­tung C., neue Anstel­lungs­ver­trä­ge der Geneh­mi­gung des Insti­tuts­di­rek­tors zu unter­stel­len und die kan­to­na­len Finanz­mit­tel ab 2022 im Poo­ling-System zen­tral zu ver­wal­ten. Der Beschwer­de­füh­rer ver­lang­te auf kan­to­na­ler Ebe­ne sinn­ge­mäss, die­se Beschlüs­se sei­en auf­zu­he­ben. Er woll­te wei­ter­hin CHF 30’000 Betriebs­kre­dit pro Jahr sowie 250 Stel­len­pro­zen­te Per­so­nal­res­sour­cen für sei­nen Lehr­stuhl. Nach­dem er vor den kan­to­na­len Instan­zen unter­lag, gelang er mit Beschwer­de in öffent­lich-recht­li­chen Ange­le­gen­hei­ten und sub­si­diä­rer ver­fas­sungs­recht­li­cher Beschwer­de an das Bun­des­ge­richt (E. A. f.).

Unstrei­tig ist vor Bun­des­ge­richt, dass es sich bei den Beschlüs­sen des Insti­tuts C. um orga­ni­sa­to­ri­sche Mass­nah­men han­delt. Das Bun­des­ge­richt erin­nert: Wie die Kan­to­ne den Rechts­schutz gegen ver­fü­gungs­frei­es staat­li­ches Han­deln sicher­stel­len, ist ihnen frei­ge­stellt. Der Kan­ton Zürich hat sich mit § 10c sei­nes Ver­wal­tungs­rechts­pfle­ge­ge­set­zes vom 24. Mai 1959 (VRG/ZH; LS 175.2) für eine Lösung ent­schie­den, die Art. 25a VwVG nach­emp­fun­den ist. Wer ein schutz­wür­di­ges Inter­es­se hat, kann gemäss § 10c Abs. 1 VRG/ZH von der Behör­de, die für Hand­lun­gen zustän­dig ist, wel­che sich auf öffent­li­ches Recht stüt­zen und Rech­te oder Pflich­ten berüh­ren, ver­lan­gen, dass sie wider­recht­li­che Hand­lun­gen unter­lässt, ein­stellt oder wider­ruft (lit. a), deren Fol­gen besei­tigt (lit. b) oder die Wider­recht­lich­keit von Hand­lun­gen fest­stellt (lit. c). Vor­lie­gend erkennt das Bun­des­ge­richt kei­nen Ein­griff in die pri­va­te Rechts­sphä­re des Beschwer­de­füh­rers durch die Beschlüs­se der Insti­tuts­lei­tung. Ein ver­bind­li­cher Anspruch zugun­sten des Beschwer­de­füh­rers auf bestimm­te Res­sour­cen erge­be sich weder aus der Anstel­lungs­ver­fü­gung des Beschwer­de­füh­rers aus dem Jahr 2009 noch aus den Beru­fungs­ge­sprä­chen, ins­be­son­de­re ange­sichts des Bud­get­vor­be­halts und der Zustän­dig­keit der Insti­tuts­lei­tung (E. 3.5.1).

Der Beschwer­de­füh­rer rügt fer­ner erfolg­los, die Mit­tel­re­duk­ti­on füh­re zu weni­ger Publi­ka­tio­nen und einem Bedeu­tungs­ver­lust sei­ner Pro­fes­sur, was sei­ner Repu­ta­ti­on schä­di­ge und somit sei­ne Per­sön­lich­keits­rech­te ver­let­ze. Das Bun­des­ge­richt hält die­se Fol­gen jedoch für spe­ku­la­tiv. Es sieht ins­ge­samt kei­ne schüt­zens­wer­te Rechts­po­si­ti­on des Beschwer­de­füh­rers, wes­halb gegen die orga­ni­sa­to­ri­sche Mass­nah­me der Insti­tuts­lei­tung C. kei­ne Anfech­tungs­mög­lich­keit offen ist. Auf die Beschwer­de in öffent­lich-recht­li­chen Ange­le­gen­hei­ten tritt das Bun­des­ge­richt folg­lich nicht ein, die sub­si­diä­re Ver­fas­sungs­be­schwer­de weist es ab (E. 3.5.2 ff.).