Geschei­ter­ter Mob­bing­vor­wurf – Ent­las­sung eines Neu­en­bur­ger Kon­ser­va­tors geschützt, BGer., Urteil 1C_34/2025 v. 14.3. 2025 (f)

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01.09.2025

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Geschei­ter­ter Mob­bing­vor­wurf: Bun­des­ge­richt schützt Ent­las­sung eines eth­no­gra­phi­schen Neu­en­bur­ger Kon­ser­va­to­ren nach län­ge­rer Arbeits­un­fä­hig­keit

Der Beschwer­de­füh­rer war stell­ver­tre­ten­der Kon­ser­va­tor im Eth­no­gra­phi­schen Muse­um in Neu­châ­tel. Auf­grund von inter­nen Kon­flik­ten mit der Lei­tung des Muse­ums, die 2018 began­nen, kam es zu diver­sen Media­ti­ons­sit­zun­gen und einer inter­nen Unter­su­chung durch eine exter­ne Fir­ma, die eine nega­ti­ve Stim­mung im Team erkann­te. Ab 14. Febru­ar 2024 war der Beschwer­de­füh­rer voll­stän­dig arbeits­un­fä­hig. Am 11. Sep­tem­ber 2024 kün­dig­te der Stadt­rat von Neu­en­burg das Arbeits­ver­hält­nis wegen lan­ger Abwe­sen­heit auf­grund von Krank­heit. Der Beschwer­de­füh­rer leg­te gegen die­se Ent­schei­dung Beru­fung ein, die teil­wei­se gut­ge­hei­ssen wur­de; das kan­to­na­le Gericht erstreck­te das Ende des Arbeits­ver­hält­nis­ses auf­grund der sechs­mo­na­ti­gen Kün­di­gungs­frist auf den 31. März 2025.

Das Bun­des­ge­richt prüft nament­lich, ob die Ent­las­sung des Beschwer­de­füh­rers ohne sach­li­chen Grund, kon­kret wegen Mob­bings erfolgt ist. Der Beschwer­de­füh­rer moniert näm­lich, sei­ne Arbeits­un­fä­hig­keit sei die Fol­ge von Mob­bing am Arbeits­platz. Das Bun­des­ge­richt erin­nert an die Defi­ni­ti­on von Mob­bing, die im pri­va­ten und öffent­li­chen Arbeits­recht glei­cher­ma­ssen gilt: Ein syste­ma­ti­sches, feind­li­ches und über län­ge­re Zeit andau­ern­des Ver­hal­ten, das dar­auf abzielt, eine Per­son am Arbeits­platz zu iso­lie­ren, aus­zu­gren­zen oder sogar zu ent­fer­nen. Im vor­lie­gen­den Fall betra­fen die weni­gen, kon­kre­ten Umstän­de, die der Beschwer­de­füh­rer am Arbeits­platz kri­ti­sier­te, wie etwa die Dif­fe­ren­zen mit der Direk­ti­on oder das getrüb­te Arbeits­kli­ma, einen zu kur­zen Zeit­raum und wie­sen nicht die Qua­li­tät von Mob­bing auf. Im Rah­men der Will­kür­prü­fung bestä­tigt das Bun­des­ge­richt, dass die Ent­las­sung nach Ablauf der Sperr­frist wegen Arbeits­un­fä­hig­keit zuläs­sig ist.

 

Anmer­kung:

  • Mob­bing­kla­gen sind sel­ten mit Erfolg beschie­den, die Hür­de für den Nach­weis von Mob­bing ist hoch – ins­be­son­de­re mit Blick auf das Erfor­der­nis von syste­ma­ti­schen, feind­se­li­gen Hand­lun­gen über einen län­ge­ren Zeit­raum. Wel­che zeit­li­che Schwel­le erfor­der­lich ist, ist bis heu­te höchst­rich­ter­lich noch nicht abschlie­ssend geklärt
  • Das Urteil ver­deut­licht die Anglei­chung der Prin­zi­pi­en des pri­va­ten Arbeits­rechts vs. des öffent­li­chen Arbeits­rechts, etwa betref­fend der Defi­ni­ti­on von Mob­bing und der gene­rel­len Trag­wei­te von Art. 328 OR und Art. 6 ArG.