Phy­sik­leh­rer schwänzt Gen­fer Schul­ju­bi­lä­um – Bun­des­ge­richt bestä­tigt Ver­weis (1D_14/2025 v. 6.10.2025)

Datum: 

20.11.2025

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Aus dem Sach­ver­halt

Ein Gen­fer Phy­sik­leh­rer ver­wei­ger­te die Teil­nah­me an einer schu­li­schen Jubi­lä­ums­fei­er und damit ver­bun­de­ne Betreu­ungs­auf­ga­ben, obwohl die­se gemäss sei­nem Pflich­ten­heft („acti­vi­tés hors ens­eig­ne­ment“) zum Dienst gehör­ten. Die Schul­lei­tung ver­häng­te eine dis­zi­pli­na­ri­sche Blâ­me (ver­gleich­bar mit Ver­weis), bestä­tigt durch die kan­to­na­le Justiz. Dar­auf­hin gelang der Leh­rer mit Beschwer­de ans Bun­des­ge­richt, dem Sach­ver­halt ist zu ent­neh­men, dass er fol­gen­des for­der­te:

(1) die Auf­he­bung des Ver­wei­ses,  (2) die Sank­tio­nie­rung der ver­ant­wort­li­chen Behör­den­mit­glie­der wegen angeb­li­chen Macht­miss­brauchs und (3) mora­li­schen Scha­den­er­satz.

Aus den Erwä­gun­gen

Das Bun­des­ge­richt aner­kennt nur die sub­si­diä­re Ver­fas­sungs­be­schwer­de als zuläs­sig (Art. 113 ff. BGG), weil für die Beschwer­de in öffent­lich-recht­li­chen Ange­le­gen­hei­ten die dis­zi­pli­na­ri­sche Mass­nah­me kei­ne Lohn­wir­kung hat, dem­nach nicht ver­mö­gens­recht­li­cher Natur ist (und auch kei­ne Rechts­fra­ge von grund­sätz­li­cher Bedeu­tung vor­lag). Damit gal­ten die stren­gen Anfor­de­run­gen von Art. 106 Abs. 2 BGG für die sub­si­diä­re Ver­fas­sungs­be­schwer­de. Das BGer weist im Übri­gen die Beschwer­de ab, soweit es dar­auf ein­tritt, und hält im Wesent­li­chen fest:

  • Kei­ne Will­kür­rü­gen im Sin­ne der gesetz­li­chen Sub­stan­ti­ie­rungs­pflich­ten: Die aus­führ­li­che eige­ne Sach­ver­halts­dar­stel­lung des Leh­rers genüg­te nicht. Neue Tat­sa­chen waren unzu­läs­sig.

  • Kei­ne Ver­let­zung von Art. 5, 8 oder 9 BV: Gleich­be­hand­lung, guter Glau­be und Will­kür hat der Leh­rer nicht hin­rei­chend begrün­det.

  • Die kan­to­na­le Wür­di­gung ist nicht will­kür­lich, wonach die Teil­nah­me an der Jubi­lä­ums­fei­er dienst­li­che Pflicht sei und das Fern­blei­ben kurz­fri­stig Orga­ni­sa­ti­on sowie Auf­sicht beein­träch­tig­te.

  • Die Vor­in­stanz durf­te sich auf die ent­schei­den­den Punk­te beschrän­ken; kei­ne Ver­let­zung des recht­li­chen Gehörs.

  • Die Neue Begeh­ren wie Scha­dens­er­satz oder Sank­tio­nie­rung von Vor­ge­setz­ten sind unzu­läs­sig (Art. 99 Abs. 2 BGG).

  • Die Ver­hält­nis­mä­ssig­keit der dis­zi­pli­na­ri­schen Mass­nah­me wur­de nicht in der erfor­der­li­chen Wei­se gerügt – kei­ne Prü­fung durch das BGer.

 

Zum Urteil